LinuxLounge.net und ab auf die Couch!

16Aug/090

Kernel bauen auf Debian-Art

Manchmal will oder muss man sogar seinen eigenen Kernel kompilieren. Debian hat ein paar nützliche Werkzeuge  an Bord die einem dabei behilflich sein können. Als Hauptwerkzeug werden wir make-kpkg verwenden, mit dessen Hilfe lassen sich deb-Pakete vom Kernel erstellen die sich auch mit Freunden teilen lassen.

tux

Das Linux-Maskottchen: Pinguin Tux.

Zum bauen des Kernels bietet sich das Verzeichnis /usr/src an. Auf kernel.org kann man sich den neusten Kernel im Quellcode herunterladen. Es ist von Vorteil von einem EU Server zu laden wenn man dort wohnt - einfach vor dem Downladlink die Subdomain eu. hinzufügen.

# cd /usr/src/ # wget http://eu.kernel.org/pub/linux/kernel/v2.6/linux-2.6.30.4.tar.bz2
Jetzt entpacken wir das Archiv und wechseln in das neu enstandene Verzeichnis.
# tar xf linux-2.6.30.4.tar.bz2 # cd linux-2.6.30.4/
Als nächstes braucht man noch eine Kernel config Datei. Ich nehme immer die offizielle von Debian, die man hier erhalten kann. Sie wird unter dem Namen .config im Kernel-Quellcode Ordner als normale Textdatei gespeichert.
# wget http://merkel.debian.org/~jurij/2.6.30-5/amd64/config-2.6.30-1-amd64.gz # zcat config-2.6.30-1-amd64.gz > .config
Nun kann man sich daran machen die .config anzupassen, dies geht am besten über das ncurses-Interface, das man über make menuconfig starten kann.
# make menuconfig
Wenn man mit seinen Änderungen fertig ist, speichert man diese ab und kann dann theoretisch mit dem kompilieren beginnen, eventuell will man jedoch noch den einen oder anderen Patch auf den Kernel anwenden.
# patch -Np0 -i patch_datei
Für den Fall, dass auf einem Mehrkernprozessor gebaut wird, kann man noch einstellen wie viele Prozesse benutzt werden sollen. Ich habe 4 Kerne, und nutze um meinem CPU am besten auszulasten n+1 Prozesse, also 5.
# export CONCURRENCY_LEVEL=5
Und jetzt zum eigentlichen Kompilieren, dafür benutzen man make-kpkg weil es eine .deb Datei erstellt die man leicht installieren kann.
# make-kpkg --initrd --revision=debian01 kernel_image kernel_headers
Nun heisst es zurück lehnen und warten, denn dies kann einige Zeit in Anspruch nehmen - bei meinem 4x 2.6 Ghz AMD hat es etwa 15 Minuten gedauert. Nachdem alles fertig ist, befinden sich im /usr/src Verzeichnis zwei neue *.deb-Paketdateien, einmal die Kernel Headers und einmal das Kernel Image. Beide lassen sich bequem über dpkg -i installieren. Nartürlich kann man diese Pakete auch auf andern Computern mit der gleichen Architektur installieren.
# dpkg -i linux-*2.6.30.4_debian01_amd64.deb
Im Regelfall aktualisiert das Debian-Paketsystem APT dann automatisch die GRUB-Konfiguration, so dass der neue Kernel beim nächsten Start zur Auswahl steht. Viel Erfolg und Spaß beim experimentieren!Drucken Drucken

hat dir dieser Artikel gefallen?

Dann abonniere doch diesen Blog per RSS Feed!

About Carl

Der Autor hat keine Beschreibung über sich erstellt.
Kommentare (0) Trackbacks (0)

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.


Kommentar schreiben


Noch keine Trackbacks.